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1. Angebot der Arbeitgeber: Lohnerhöhung erst ab 2020*

Tarifinfo 04/2018

1. Angebot der Arbeitgeber: Lohnerhöhung erst ab 2020*

Wach- und Sicherheitsgewerbe Bayern
WaSi Bayern 2018/2019 ver.di WaSi Bayern 2018/2019

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

in der heutigen 2. Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber uns ein „Angebot“ unterbreitet. Insgesamt forderten sie einen dreijährigen Abschluss.

  • Lohngruppe 2a und 2b: Keine Erhöhung in 2019, ab 01.01.2020 um 5,5% ab 01.01.2021 4,3% auf dann 11 Euro.
  • Lohngruppe 2c: Keine Erhöhung in 2019, ab 01.01.2020 um 4,8%, ab 01.01.2021 2,8% auf dann 11 Euro.
  • Lohngruppen 1, 3, 4, 9, 10, 11 und 12 und Gehälter: 2,4% zum 01.01.2019, 3,2% ab 01.01.2020 und 3,0% ab 01.01.2021.
  • Lohngruppe 6: 2,4% ab 01.01.2019, 3,2% ab 01.01.2020 und 2,8% ab 01.01.2021. Erweiterung der Besitzstandswahrung wie von ver.di vorgeschlagen wird akzeptiert.
  • Lohngruppe 7a: Jeweils 6% zum 01.01.2019, 2020 und 2021.
  • Lohngruppe 7b: 6% ab 01.01.2019, jeweils 3% ab 01.01.2020 und 2021. In den 6% ist der Zuschlag für Fremdsprachen einkalkuliert.
  • Sonderregelung: jeweils 3,2% ab 01.01.2019, 2020 und 2021.
  • Azubis: Forderung von ver.di wird akzeptiert.

Das ist kein Angebot, das ist eine Unverschämtheit.

Die unteren Lohngruppen sollen im nächsten Jahr auf Lohn verzichten. Das ist eine Unverschämtheit und respektlos!

Unverständlich ist, warum die Beschäftigten in nationalen militärischen Anlagen eine wesentlich bessere Lohnerhöhung erhalten sollen, wie ihre Kolleg*innen bei den internationalen Einrichtungen.

Unverständlich ist, warum auch die Waffenträger bei der Sicherung der kerntechnischen Anlagen eine wesentlich geringere Lohnerhöhung erhalten sollen, wie die bei den militärischen Anlagen.

Unverständlich ist, warum die Feuerwehrleute eine geringere Lohnerhöhung erhalten sollen wie diejenigen im Werkschutz.

Insgesamt ist das Angebot eine Frechheit. Die meisten sollen eine Erhöhung erhalten, die wahrscheinlich noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleicht. Damit bleibt Armut trotz Arbeit Realität und Alternsarmut die Zukunftsperspektive für die meisten Beschäftigten in der Branche.

Einen dreijährigen Abschluss hätten wir uns vorstellen können, wenn die unteren Lohngruppen ab 01.01.2021 bei 11,50 Euro gewesen wären und auch für alle anderen eine deutliche Erhöhung um die 6% pro Jahr klar wäre. Die Gelegenheit, endlich die Beschäftigten aus dem Niedriglohn herauszuholen haben die Arbeitgeber in den Wind geschlagen. Was zählt ist der Profit – auf Kosten der Beschäftigten!

Klar ist: Ein Lohn muss zum Leben reichen! Deshalb: Mitglied werden!

Die Tarifkommission berät am 05. November über das weitere Vorgehen, auch über Streiks in 2019. 

Eure ver.di Tarifkommission

 

* in der Lohngruppe 2a, 2b und 2c